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1. Vorsitzender

Matthias Schmidt

Das Elzer Rote Kreuz gibt es seit weit über 100 Jahren. Seine Geburtsstunde schlug im Jahr 1907, als in Deutschland noch ein Kaiser regierte. Geburtshelfer waren 25 Männer aus den Reihen der Elzer Feuerwehr, die die „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“ in Elz gründeten. Sie gaben den Anstoß zu einer langen Erfolgsgeschichte, die bis heute fortgeschrieben wird. Begleiten Sie uns bei einer kurzen Reise durch die Zeit.

Das Elzer Rote Kreuz gibt es seit weit über 100 Jahren. Seine Geburtsstunde schlug im Jahr 1907, als in Deutschland noch ein Kaiser regierte. Geburtshelfer waren 25 Männer aus den Reihen der Elzer Feuerwehr, die die „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“ in Elz gründeten. Sie gaben den Anstoß zu einer langen Erfolgsgeschichte, die bis heute fortgeschrieben wird. Begleiten Sie uns bei einer kurzen Reise durch die Zeit.

Gründung und erste Jahre

Am 27. Oktober 1907 gründeten 25 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Elz die "Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Elz". In einem mit dem Bild der Kaiserfamilie geschmückten Tagebuch beginnen die Aufzeichnungen mit dem Protokoll der ersten Hauptversammlung vom 6. Februar 1909. Den Vorsitz übernahm Oberarzt Dr. med. Georg Jürgens. 1. Kolonnenführer wurde Wilhelm Berneiser. Durch intensive Sanitätsausbildung legen alle Mitglieder bereits am 13. Juni 1909 erfolgreich die Sanitätsprüfung ab. Jeder erhält für 20 Pfennig Verbandzeug sowie Uniformröcke und Leibriemen.

Am 5. Juni 1910 nimmt die Sanitätskolonne Elz an einer großen Übung in Höchst teil. Durch die Einnahmen aus einer Weihnachtsfeier und einer Tanzveranstaltung (Eintritt 10 Pfennig) wurde bereits 1910 ein Kassenbestand von 252,31 Mark erreicht und 1911 ein gummibereifter Krankentransportwagen angeschafft. Nunmehr werden Transporte zum Arzt oder ins Krankenhaus vorgenommen.

Ein Gerätehäuschen für die Unterbringung des Wagens wird auf dem Gelände des Elzer Krankenhauses (St. Josefshaus) gebaut. Während des Krieges 1914/18 werden die Kameraden im Feld mit Lebensmitteln und Geld unterstützt.

Das Elzer Rote Kreuz ist aus den Reihen der Feuerwehr entstanden

Weltkriege und Neuanfang

Auf einem Platz hinter dem Rathaus wird 1919 ein neues Gerätehaus gebaut. Am 11. Juli 1920 feiert die Kolonne nachträglich ihr 10-jähriges Bestehen. Eine Gedenktafel für die Gefallenen entsteht. Sie hat heute ihren Platz im Ausbildungsraum des DRK-Ortsvereins gefunden.

Die Inflation macht sich bemerkbar, die Anschaffung eines Leichenwagens im Jahre 1922 erfordert 36.000 Mark. Um die Kasse nach der Geldentwertung wieder aufzubessern wird 1925 das bayerische Volksstück " Am Grab der Mutter" oder "Der Fluch am Bergkreuz" aufgeführt.

Während des zweiten Weltkrieges 1939 – 1945, als die meisten Aktiven an die Front müssen, sind es die älteren Mitglieder, an ihrer Spitze Heinrich Anhalt, Konrad Faust, Jakob Martin sen., Anton Stärkel und Heinrich Stein, die unter Dr. Georg Jürgens bei Verwundetentransporten und bei den Bombenangriffen auf Elz und Limburg aufopfernde Dienste leisten.

An der Neugründung des "DRK-Elz" im Jahre 1948 sind Karl Zimmer sen., Alois Wussler und Hermann Saliger maßgeblich beteiligt. Aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt stellt sich 1949 Dr. med. Winfried Jürgens, der Sohn von Dr. Georg Jürgens und Gründeungsvorsitzendem des Vereins, als DRK-Arzt zur Verfügung. Viele junge Männer und Frauen treten dem Roten Kreuz bei und nennen sich ab 1951 "DRK Ortsvereinigung Elz".

Swinging Sixties und Flower Power

Unter Ihnen ist auch Reinhold Röddinger, Bereitschaftsführer und Motor der fünfziger und sechziger Jahre. Am 3. und 4. August 1957 wird das 50-jährige Jubiläum im Saalbau Möller festlich begangen. Der erste Blutspendetermin am 14. Dezember 1958 wird ein voller Erfolg. 1966 stirbt das letzte Gründungsmitglied Heinrich Anhalt.

Das 60-jährige Bestehen wird in Form eines Familienabends am 13.1.1968 gefeiert. Der 11.3.1970 wird zum Gründungstag des Elzer Jugendrotkreuzes. 98 Jungen und Mädchen tragen sich ins Gründungsbuch ein.

 1972 kann die Ortsvereinigung einen neuen Übungsraum im Kindergarten der Gemeinde Elz in der Pfortenstraße beziehen. Viel zu früh rafft der Tod im Jahr 1972 den jungen und beliebten Bereitschaftsführer Reinhold Röddinger hinweg. Günter Schollmayer stellt sich als neuer Bereitschaftsführer zur Verfügung.

Bei der Krankenhausverlegung 1972 in Limburg ist die DRK-Ortsvereinigung vorbildlich im Einsatz. 1975 werden die ersten drei Funkgeräte angeschafft. Ein guter Ausbildungsstand ist zu verzeichnen.  

Von der neuen deutschen Welle bis zur Wende

Im Mai 1980 feiert das JRK sein 10-jähriges Bestehen. Nach 24 Jahren hervorragender Arbeit als 1. Vorsitzender gibt Jakob Martin 1981 sein Amt in jüngere Hände und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum neuen Vorsitzenden wird Willi Braun gewählt. Im August 1982 wird mit einem Festakt im Bürgerhaus mit viel Prominenz aus Politik und öffentlichem Leben, sowie einer großen Jubiläumsfeier mit Feldgottesdienst auf dem Rathausplatz das 75-jährige Bestehen gefeiert.

1986 wird Günter Schollmayer zum 1. Vorsitzenden gewählt und Philibert Wittayer wird neuer Bereitschaftsführer.

1988 wird die Frauengruppe in Leben gerufen. Beate Kopp übernimmt als Erste die Leitung.

Die zwei in Elz stationierten Katastrophenschutzzüge, der Verbandplatzzug (Zugführer Hans Zei) sowie der Schnelleinsatzzug (Zugführer Philibert Witteyer) sind Ansporn für gute und intensive Ausbildung, die mit einem 4. Platz unter 36 Schnelleinsatzzügen bei der Landesübung im nordhessichen Arolsen belohnt wurde. Anfang der 80er Jahre wird eine neue Garage auf dem Gelände des Kindergartens gebaut. Auch in den Jahren 1986 und 1990 sichern eine gute Ausbildung und Kameradschaft dem Schnelleinsatzzug inzwischen unter Zugführer Josef Kopp eine erfolgreiche Teilnahme an den Übungen des Landes Hessen.

Als es Ende der 80er Jahre in den Räumen des Kindergartens zu eng wird, plant man den Bau einer großen Fahrzeughalle mit Lagerräumen (in Eigenleistung) im Elzer Industriegebiet. Mit einer gelungenen Einweihungsfeier mit vielen Gästen aus der Umgebung wurde 1989 der Neubau seiner Bestimmung übergeben.

 

1993 wird Philibert Witteyer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Josef Kopp wird neuer Bereitschaftsführer. Ebenfalls seit 1993 besteht eine enge Verbundenheit mit der "Sanitätskolonne Mittenwald". Im Jahre 1994 veranstaltete der Landesverband die letzte Landesübung in Bad Hersfeld, an der Andreas Schenk als Zugführer des SEZ die Rotkreuzler zu einer erfolgreichen Teilnahme führte. Ein Anbau in den Jahren 1996/1997 mit Schulungsräumen, Büro und Lagerräumen war der nächste Bauabschnitt. Das so entstandene "DRK-Zentrum Elz" wurde im Oktober 1997 anlässlich des 90-jährigen Bestehens feierlich eingeweiht.

Mit dem 1. Juli 1999 übernahm die DRK-Ortsvereinigung Elz zusammen mit der OV-Frickhofen offiziell die Aufgaben einer Schnelleinsatzgruppe-Sanität für den Landkreis Limburg-Weilburg. Einsatzleiter der SEG wird Andreas Schenk.

Ein neues Jahrtausend bricht an

Im Jahr 2000 bekommt die Führungsebene der Ortsvereinigung ein neues Gesicht. Matthias Schmidt wird Erster Vorsitzender und Heinz-Günther Wengenroth übernimmt das Amt des Bereitschaftsleiters. 2001 wird Andreas Schenk neuer Bereitschaftsleiter und führt ein Jahr später neun Elzer Rotkreuzler im Rahmen eines Einsatzverbandes nach Pirna in Sachsen zum Einsatz beim Jahrhunderthochwasser. Seit 2005 sind die Elzer Rotkreuzler auch beim Neujahrsspringen der Vier-Schanzentournee in Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Zugleich entsteht eine Freundschaft zur BRK-Bereitschaft in Partenkirchen.

Die Feierlichkeiten zum 100- jährigen Jubiläum werden mit einem Akademischen Abend am 23. Juni 2007 im Bürgerhaus mit vielen Gästen aus nah und fern eröffnet. Günter Schollmayer und Philibert Witteyer werden zu Ehrenvorsitzenden und Irma Koch, Karl Fritz, Hans Zei, Gerhard Bieker, Heinz Müller sowie Helmut Müller zu Ehrenmitgliedern ernannt. Eine Woche später folgte das große Festwochenende im Festzelt auf dem Rathausplatz. Rock-Nacht am Freitag, Elzer Rot-Kreuz Tag mit Gaudiabend am Samstag, Festgottesdienst mit Fahnenweihe sowie Frühschoppen mit den Elzer Musikanten waren die Highlights des Jubiläums. Unter den Gratulanten auch die bayerischen Kameradinnen und Kameraden aus Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und aus der Elzer Partnergemeinde Waldmünchen. Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art jedoch machten sich die Elzer Rotkreuzler jedoch selbst: Eine traditionelle Vereinsstandarte begleitet die Elzer Rotkreuzler seitdem bei vielen Anlässen.

In den Jahren 2009/10 wurde beim Elzer Roten Kreuz erneut in die Hände gespuckt. Neben der Renovierung des Schulungsraumes ging man einen Umbau der bestehenden Fahrzeughalle an. Ein altes Lager wurde abgerissen und damit ein weiterer Fahrzeugstellplatz geschaffen. Zudem wurde ein zweites Hallentor eingelassen, was die Rangierarbeiten innerhalb der Halle stark erleichtert. Schließlich erfolgte im Oktober 2010 der Spatenstich zu einem weiteren Anbau. Hinter der Fahrzeughalle werden ein weiterer Fahrzeugstellplatz sowie mehrere Lager angebaut. Der Anbau wird schließlich am 3. Mai 2014 feierlich eingeweiht.

Im März 2011 wird Steffen Kopp zum neuen Bereitschaftsleiter gewählt. Die Bereitschaftsleitung wird mit Andreas Kopp als stellvertretenden Bereitschaftsleiter komplettiert. Kurze Zeit später übernimmt Ulrich Neu die Zugführung des 1. Sanitätszuges Limburg-Weilburg. Josef Kopp und Andreas Schenk werden 2015 für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhält Ehrenmitglied Karl Fritz die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2016 wird Josef Diefenbach für seine langjährigen Verdienste um seinen Elzer DRK-Ortsverein zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Sommer 2015 erreichen immer mehr Flüchtlinge die Bundesrepublik, so dass die regulären Aufnahmekapazitäten der Erstunterkünfte bald landesweit erschöpft sind. Damit läuft der größte Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes in der Nachkriegsgeschichte an. Ende Juli 2015 wird auch der DRK-Ortsverein Elz involviert. In Staffel wird auf dem Gelände der Meierguss GmbH eine Behelfsunterkunft als Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (HEAE) eingerichtet. Auch der 1. Sanitätszug Limburg und somit Rotkreuzhelferinnen und -helfer aus Elz und Frickhofen sind im Einsatz.

Zusammen mit anderen Einheiten des Katastrophenschutzes wird eine Zeltstadt als Behelfsunterkunft errichtet sowie die Verpflegung und mediznischen Versorgung der Flüchtlinge sichergestellt. Den Helferinnen und Helfern der Sanitätszüge obliegt dabei primär Aufbau und Unterhalt einer behelfsmäßige Unfallhilfsstelle. Gesteuert wird der Gesamteinsatz maßgeblich durch die ehrenamtlich agierenden Ärzte Dr. Thomas Schmidt (Leitender Notarzt des Landkreises Limburg-Weilburg) und Klaus Lanio (Kreiverbandarzt des DRK-Kreisverbandes Limburg). Anfang August sind über 600 Flüchtlinge aller Altersgruppen in der Staffeler Zeltstadt angekommen. Nach rund zwei Wochen werden die ehrenamtlich agierenden Katastrophenschützer aus dem Einsatz entlassen – die Zeltstadt bleibt über ein Jahr in Betrieb.

 

2017 feiert man mit Freunden des Ortsvereins das 110-jährige Bestehen des Elzer Roten Kreuzes. Besuch kommt dabei auch von weit her von allen befreundeten bayerischen Rotkreuz-Bereitschaften – aus Mittenwald, Partenkirchen und Waldmünchen.

Im Jahr 2017 erreicht auch eine Gruppe des Elzer Jugendrotkreuzes den 1. Platz beim Landeswettbewerb des hessischen JRK und vertritt unser Bundesland ein Jahr später beim Bundeswettbewerb in Ludwigsburg. Im gleichen Jahr wird am 3. September eine Luftmine aus dem 2. Weltkrieg in Frankfurter Westend entschärft. Zu diesem Zweck müssen mehrere zehntausend Anwohner evakuiert werden, wobei auch Helferinnen und Helfer des Elzer Roten Kreuzes im Einsatz sind.